100 Jahre Bauhaus – 100 Jahre Hardoy-Zeitgeist

100 Jahre Bauhaus – 100 Jahre Hardoy-Zeitgeist

In einem Pariser Atelier treffen 1937 drei ambitionierte Praktikanten aufeinander: Antonio Bonet, Juan Kurchan und Jorge Ferrary Hardoy – die drei „Erfinder“ des Hardoy Butterfly Chairs. Es war das Atelier keines Geringeren als Charles-Édouard Jeanneret-Gris, genannt „Le Corbusier“ (von „corbeau“, dt.: der Rabe, vermutlich wegen seiner markanten Brille). Der schweizerisch-französische Stadtplaner, Architekturtheoretiker, Zeichner, Maler und Möbeldesigner gehörte bereits Ende der 1930er Jahre zu den einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Seine Prinzipien avantgardistischer Gestaltung ließen bereits früh viel von dem erkennen, was auch das Bauhaus ab 1919 zu seinen Idealen machte. Obwohl Le Corbusier selbst niemals am Bauhaus lehrte,

wurden seine Schriften dort sowohl von Lehrenden als auch Lernenden mit großer Begeisterung gelesen. Die Bauhaus-Architekten teilten seine Prinzipien einer klassischen Architektur, die auf jegliche Ornamentik sowie dekorative Elemente verzichtete. Die typischen Flachdächer, glatte Fassaden und kubische Formen kennzeichneten sowohl die Entwürfe des Schweiz-Franzosen als auch die der Bauhaus-Vertreter. Ihre neue Farben- und Formensprache rief auch den Bedarf nach völlig frischen Ideen der Möbelgestaltung aus. So entstanden, ausgehend von der Architektur als Herzstück, sowohl aus den Händen von Le Corbusier als auch  vieler Bauhaus-Vertreter zahlreiche Möbelstücke, deren Fokus nicht mehr auf einer dekorativen Ästhetik, sondern auf der Funktionalität des modernen Maschinen-Zeitalters lag.

Impulsgeber: Bauhaus-Star Marcel Breuer

Zu den bekanntesten Bauhaus-Möbelstücken gehört der legendärer Stuhl „Wassily“ aus dem Jahr 1925 von Marcel Breuer. Er gehört zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Bauhauses und begann 1920 dort eine Ausbildung zum Tischler, verstand sich jedoch im Kern als Architekt. „Wassily“ gilt als erstes Stahlrohr-Möbelstück, das über Dekaden hinweg mannigfaltige Entwürfe im Möbel-Designs prägen sollte. Auch die Hardoy-Erfinder konzipierten die drei Protagonisten des Hardoy Butterfly Chairs von 1938 zunächst mit Stahlrohr-Schlaufen und entwickelten so das Bauhaus-Gedankengut weiter, mit dem sie versuchten, durch ihre Entwürfe eine gemeinsame Augenhöhe zu symbolisieren.

Der Hardoy Butterfly Chair: Ein enger Bauhaus-Verwandter

Zusammenfassend kann man feststellen, dass der Entwurf des Hardoy Butterfly Chairs maßgeblich durch die Theorien und Prinzipien von Le Corbusier und des Bauhauses beeinflusst wurden. Die Verwandtschaft zu den dortigen Gestaltungsprinzipien ist offensichtlich und gleichzeitig Ausdruck eines gemeinsamen, internationalen Zeitgeistes, der sich über gelernte Formen und Konventionen radikal hinwegsetzte. Grund genug, den Hardoy Butterfly Chair in diesem Jubiläums-Jahr ein wenig mitzufeiern!

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